Ubuntu Font Family

Schriftprobe für die Ubuntu Font Family.
Schriftprobe für die Ubuntu Font Family.

Die Ubuntu Font Family wurde ursprünglich von Canonical, der Institution hinter der Linux-Distribution "Ubuntu", in Auftrag gegeben, um dem Ubuntu-Produkt und seinen Abkömmlingen eine weitere, die Identität einzigartig stellende Note zu geben. Die Schriftart wurde von der Schriftgießerei Maag entwickelt und liegt in verschiedenen Schnitten (Light, Medium Bold, Condensed, Monospaced usw.) vor. Die Normale enthält im Moment 1.264 Glyphen und beeindruckende 70.196 Kerning-Paare. Der Ausdruck der Schrift spiegelt insgesamt ein sehr neuzeitliches, futuristisches, aber trotzdem hervorragend lesbares Bild wider. Die Schrift ist kostenlos hier erhältlich.

 

Ich habe beobachtet, dass sich die Schriftart ausgezeichnet für die Beschriftung von Grafiken, z.B. in Vektorzeichenprogrammen, eignet. Wer damit einen Brief in einer herkömmlichen Textverarbeitung setzen möchte, dem empfehle ich den Light-Schnitt in Schriftgröße 9 und einem 1,5-fachen Zeilenabstand. Denn leider ist der Normal-Schnitt etwas zu wuchtig, und der Light-Schnitt fast schon zu zart (ungünstig ausgeglichene Schnitte).

 

Wer die Schriftart zusammen mit TeX verwenden möchte, kann das am einfachsten über XeTeX tun. Schriftarten, die auf dem System installiert sind, lassen sich hiermit ohne Umweg ansprechen. In die Präambel kommt in dem Fall ein:

\fontspec{Ubuntu}

Wer mit XeTeX oder LuaTeX nicht fit ist, kann das auf GitHub bereitgestellte Ubuntu-Schriftarten-Paket auch selbst installieren und dann wie gewohnt mit LaTeX arbeiten.

Schriftschnitt-Bug

Wer übrigens die Ubuntu Font Family mit LibreOffice verwendet, wird ggfs. auf einen bekannten Bug stoßen. Dieser betrifft die fehlerhafte Auswahl des Ubuntu-Light-Schriftschnitts. Wer diesen nämlich anwählt, erhält stattdessen nur den Medium-Schriftschnitt. Zu anderer Zeit habe ich beobachtet, dass der Light-Schnitt gar nicht erst in der Liste verfügbarer Schriftarten erscheint. Der Bug ist bekannt und es gibt auch einen Workaround, um ihn zu beseitigen. (Bei mir funktioniert dieser Lösungsweg jedoch nicht und der Light-Schnitt erscheint noch immer nicht in der Schriftarten-Liste von LibreOffice.)


Da der Bug lediglich aus einem falsch gesetzten PS-Namen in der Schriftarten-Datei resultiert, verstehe ich nicht, weshalb die Entwickler diese einfache Korrektur nicht vornehmen und einen berichtigten Font zur Verfügung stellen. Ich finde dieses Verhalten sehr enttäuschend.


Auf meinem System (Xubuntu 14.04, LibreOffice 4.4x) kann, falls der Light-Schnitt eingesetzt werden soll, stattdessen so vorgegangen werden:

  • einfach den Zeichen-Dialog über Format|Zeichen aufrufen, dann im ersten Tab "Schrift" die Ubuntu-Schriftart wählen. Unter "Stil" erscheint dann neben dem Regular-Schnitt auch der Light-Schnitt und kann ganz normal verwendet werden.

Brief mit Ubuntu Font

Im Folgenden eine Vorlage für einen Brief mit Ubuntu-Schriftart und den oben genanten Präferenzen (Schriftgröße 9 und 1,5-facher Zeilenabstand) zum Kompilieren mit XeLaTeX. Die Schriftart "Ubuntu" muss natürlich auf dem System bereits installiert sein!

Briefvorlage mit Ubuntu-Schriftart für XeLaTeX
Eine Vorlage (Quellcode und fertig kompiliertes PDF) für einen Brief mit Ubuntu-Schriftart.
Brief_XeTeX_UbuntuFont.zip
Komprimiertes Archiv im ZIP Format 27.9 KB