Gedichte (2018)

Im Kerzenlicht

Abseits aller Wege bin ich vergessen,

lebe und bedürfe kaum.

Will mit Tapferkeit bemessen,

ob mein Dasein bloß ein Traum.

 

Ohne dass der Liebe Blick uns trenne,

mir alsbald ergeben scheint,

so ich unser Glück beim Namen nenne,

mein Stolz aus Unvermögen weint.

 

Und belebt mich denn nicht deine Nähe,

als sey ich nie als Mensch geboren?

Nun, da ich meiner Taten Sinn verstehe,

die Sinne selbst an dich verloren!

 

Nimm' nur, was du gütig hältst,

und lasse mir den freien Willen,

ich beuge, wenn es dir gefällt,

und weiß dir Trieb und Sucht zu stillen.

 

Von außerordentlicher Eleganz,

in Hingabe und Begehr' geeint,

von Tugendhaftigkeit befand,

was ich bejahe, du verneinst.