Externe Vektor-Grafiken in LaTeX

In pdfLaTeX werden üblicherweise nur zwei Formate als Rastergrafik akzeptiert: JPG und PNG. Rastergrafiken erreichen allerdings gerade bei diffizilen (technischen, schematischen) Zeichnungen nie die Qualität von Vektorgrafiken. (Dagegen ist für detailintensive Pixelgrafiken das JPG-Format zu bevorzugen.)

 

Vektorgrafiken werden genauso wie Rastergrafiken eingebunden, nur hier empfehlenswert als PDF! Das Originalformat (z.B. .ai (Adobe Illustrator), .cdr (CorelDRAW) oder .svg (Inkscape)) kann nicht direkt eingebunden und verarbeitet werden. Das bedeutet, dass man seine Vektorgrafik aus der Vektorzeichen-Software im pdf-Format exportieren muss. Der gesamte Vektorcharakter mit all seinen Vorteilen bleibt dabei erhalten.

 

Will man eine Vektorgrafik im LaTeX-Dokument einbinden, kann das z.B. so aussehen:

\begin{figure}
\centering
\includegraphics[width=3.5cm]{Schema1.pdf}
\caption{Dies ist die Bildunterschrift.}
\end{figure}

Wer mit CorelDRAW arbeitet, sollte beim Export zu PDF Folgendes beachten:

  • Farbprofil nicht einbetten (führt manchmal zu Warnungen beim Kompilieren).
  • Farben als RGB ausgeben, wenn das Dokument für den Bildschirm gedacht ist, als CMYK ausgeben, wenn es zum Druck gedacht ist.
  • JPEG-Komprimierung für Rastergrafik-Inhalte wenigstens auf 10 % einstellen.
  • ZUERST im Dokument alle Daten auswählen (Rahmen drum um alles, was zum Bild gehört) und dann im Export-Dialog statt »Seite« → auf »nur Auswahl« anwählen. Dadurch wird gewährleistet, dass wirklich nur die Zeichnung an sich und nicht etwa die A4-Zeichenfläche PLUS die beispielsweise nur 10 x 10 cm große Zeichnung zusammen exportiert werden! Beim Export-Dialog von Inkscape setzt man den entsprechenden Haken bei »nur Zeichnung« statt bei »gesamte Seite«.

 

Verwendet man ausgefallene Schriftzeichen, deren Schriftart jemand, der das Dokument dann zugeschickt bekommt, keinesfalls installiert haben kann, sollte man die Option wählen »Text als Kurven exportieren«. Da die Schriftzeichen zu geometrischen Vektor-Elementen umgewandelt werden, braucht der Empfänger nicht mehr diese besondere Schriftart installiert haben.

 

Generell empfehle ich die Verwendung der freien Vektorzeichen-Software Inkscape, die den Großteil der Funktionalität »großer« proprioriärer Vektor-Zeichensoftware enthält. Bei Verwendung von Inkscape sind nur die letzten beiden Stichpunkte (siehe oben) beim PDF-Export zu beachten.

 

Richtige LaTeX-Fanatiker können mittels des Pakets TikZ auch Vektorgrafiken direkt aus LaTeX-Quellcode generieren. Die sehen zwar schick aus, aber der dazugehörige Quellcode könnte ordentlichen Umfang annehmen. Ganz zu schweigen davon, dass es sich sehr viel einfacher mit einer Benutzeroberfläche Grafiken erstellen lässt. Ich will nicht vorenthalten, dass es auch Plugins gibt, mit denen man beispielsweise die in Inkscape erstellten Vektorgrafiken zu TikZ-Code exportieren kann. Meistens ist daran aber noch Nacharbeit nötig. Für die meisten Fälle reicht der Export zu PDF aus.

 

Kleine Ergänzung: Aufgesetzte Pakete wie ConTeXt oder XeTeX können svg-Dateien direkt verarbeiten.