Ein paar inspirierende Regeln für gute Schriftstellerei

  • Die gesamte Intention des Textes darf sich nicht aus jedem Satz, sondern erst nach dem vollständigen Lesen der Geschichte erschließen.
  • Wenn möglich, sollen die Ereignisse in der Gegenwartsform geschildert werden. Dadurch wird der Leser in die Geschehnisse verstärkt einbezogen. Nur in konkreten Fällen, nämlich der Wiedergabe von Erinnerungen (auch bei Tagebuch-Einträgen), wird in der Vergangenheitsform formuliert.
  • Der Text ist (beim Reinlesen) von unnötigen Füllwörtern zu säubern. Da man in seinem ersten Impuls meist schreibt wie man spricht, wird unbewusst oft mehr Vokabular gebraucht, als zur inhaltlichen Aussage notwendig ist.
  • Mehr als zwei Nebensätze sind zu vermeiden.
  • Während des Schreibens darf keine kommerzielle oder zeitliche (Termindruck) Motivation wirken.
  • Einem fortgeschrittenen Autoren reichen zur Ausgestaltung des Textes eine Normale (Brotschrift) in höchstens zwei Designgrößen (z. B. Grundschrift und Fußnoten), sowie ein kursiver Schnitt und ein Set Kapitälchen, wobei versucht werden soll, die Hervorhebung eines Wortes nicht durch Kursivierung sondern Ausmalung des Satzgeflechts zu bewirken. Beim Satz wird ein typografisch einfacher Text angestrebt (der den Leser möglichst wenig ablenkt). Das kann erreicht werden durch:
    • Vermeidung von Textauszeichnungen durch andere Schnitte: Zu betonende Worte werden in ‹einfache› Guillemets eingefasst anstatt kursiviert zu werden. Die Eignung der Kursivierung für Zitate und längere, eingefügte Textpassagen wird nicht infrage gestellt.
    • Selbst auf Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede kann meist verzichtet werden, ohne dass die Kraft oder inhaltliche Deutbarkeit leidet: Wie fühlst du dich?, fragt Carlos.
  • Man finde einen ausgeglichenen Mittelweg zwischen geschilderten Einzelheiten und Freiraum für Fantasie. Nicht jeder Leder mag jedes Detail vorgekaut bekommen. Der (nicht zu grobe) Umriss von Ereignissen, Figuren-Charakteristika und -Aussehen, Orten etc. hält des Lesenden Geist bei Laune, fordert und vergnügt ihn.
    — Wird dagegen ein Drehbuch für Film oder Theater verfasst, gilt das Gegenteil: Um die Vorstellungen des Autoren bestmöglich umsetzen zu können, sind sehr wohl detaillierte Beschreibungen aller Momente, Orte, Personen und Gefühle notwendig. Deshalb liest sich ein Drehbuch auch hölzern im Vergleich zu einem Leseroman.