Satzspiegel und Seitenaufteilung in LaTeX

1-seitiges Layout

Hier geht es nicht um »einseitiges« (langweiliges) Seitenlayout, sondern jenes, das sich vom 2-seitigen Layout (z.B. in Büchern) unterscheidet.
 
Zunächst einmal etwas zum allseits gern verwendeten geometry-Paket. Mit diesem lassen sich genaue Vorgaben für Höhe von Kopf- und Fußzeile sowie Breite der Seitenränder und anderes festlegen. Wenn man allerdings keine expliziten Vorgaben für Seitenränder bekommen hat und im Übrigen auch keine Ahnung davon hat, ob nun 1,5 cm oder 2 cm als Seitenrand besser sind, sollte auf den Einsatz des geometry-Pakets dringend verzichten; in den meisten Fällen versaut die laienhafte Anwendung dieser Einstellungen die typografisch vorzuziehende Satzspiegelgröße, wobei das Verhältnis der Ränder Links, Oben, Rechts und Unten 5:5:5:8 entspricht (annähernd Goldener Schnitt). Um genau diese typografisch »ästhetische« Satzspiegelgröße beizubehalten, spielt man eben nicht manuell mit Seitenrändern herum, sondern nutzt die Dokumentklassen-Option DIV:
\documentclass[a4paper,DIV=13]{scrartcl}

Die Zahl von DIV gibt dabei die Satzspiegelgröße an und richtet sich nach der Schriftgröße der Grundschrift: Für ein A4-Blattformat gilt: DIV=8 bei 10pt, DIV=10 für 11pt, DIV=12 für 12pt. Wie man sehen wird, stimmen die Randbreiten im Verhältnis 5:5:5:8 überein – egal ob man DIV=3 oder DIV=11 nutzt. Ungeeignete DIV-Größen werden als Warnung beim Kompilieren ausgegeben, in diesem Fall einfach mal einen Wert höher oder tiefer einstellen. Wer sich darüber nicht den Kopf zerbrechen will, oder wer andere Blattgrößen verwendet, benutzt DIV=calc, dann wird die Satzspiegel-Größe entsprechend der Schriftgröße und Blattgröße angepasst.

2-seitiges Layout

In Büchern oder längeren Abschlussarbeiten (Diplomarbeiten) wird gerne 2-seitiges Layout verwendet, wobei die gesetzten Textblöcke (der Satzspiegel) beispielsweise an der Innenfalz des Buches einen engeren Abstand haben als beispielsweise zum Rand nach außen. Auch die Seitenzahlen stehen auf geraden Seiten links und auf ungeraden Seiten rechts. Es gehört natürlich noch mehr dazu, was beispielsweise die Kopfzeile betrifft.

 

Um das Dokument auf 2-seitiges Layout umzustellen, wird als Option der Dokumentklasse einfach twoside angegeben:

\documentclass[a4paper,DIV=13,twoside]{scrreprt}

Damit kommen die Seitenzahlen je nach eingestellten fancy-Optionen (hier nicht weiter behandelt) bei ungeraden Seiten auf die rechte Seite, bei geraden Seiten auf die linke Seite. Außerdem wechselt auch die Satzspiegelgröße, d.h. der innere Rand (der an der Buchbindung) ist jeweils nur noch halb so breit wie der äußere Rand. Die Verwendung von DIV wurde bereits oben beschrieben.

 

Es sollte nicht verwundern, dass der kleine Rand innen liegt, obwohl dort die Bindung sitzt: Die halbe Breite des inneren Randes im Vergleich zur Breite des äußeren Randes hat ganz einfach den Effekt beim aufgeschlagenen Buch, die drei Weißbereiche in gleicher Größe zu sehen: 1. linker Rand, 2. zweimal den inneren Rand, 3. rechter Rand = alle Weißbereiche haben die gleiche Größe.

 

Ein sehr wichtiger Befehl beim zweiseitigen Layout ist die so genannte Bindekorrektur, die Platz für die Bindung am Innenrand des Buches lässt. Sie wird über das Kommando BCOR definiert und ebenfalls als Option der Dokumentklasse angegeben:

\documentclass[a4paper,DIV=13,twoside,BCOR=1cm]{scrreprt}

Der Wert, der für die Bindekorrektur BCOR angegeben wird, wird dem inneren Rand zugeschlagen und beeinflusst dabei natürlich auch die Satzspiegelgröße.

Seitenränder manuell einstellen

Wer sich nicht nach dem Goldenden Schnitt zur Aufteilung seiner Seite richten will, weil er sich beispielsweise an explizite Vorgaben halten muss, kann das geometry-Paket bemühen, das in die Präambel eingebunden wird. Über die Optionen kann ein exakter Wert für alle vier Ränder gegeben werden:
\usepackage[left=2cm,right=2cm,
top=2.5cm,bottom=3cm]{geometry}

Zusätzlich kann eine Option mitgegeben werden, die die Bindungsstärke (innen am Buchfalz) berücksichtigt:

\usepackage[bindingoffset=2mm]{geometry}

Weitere Optionen regeln, ob der Satzspiegel Kopf- und Fußzeile enthalten soll, oder eben nicht:

\usepackage[includehead,includefoot,
ignorefoot]{geometry}