Schriftarten-Dossiers: A-H

Lobende und abwertende Bemerkungen

Zu den nachstehenden Schriftarten sind weitere Informationen wie Designer, Erscheinungsjahr, Anbieter, Lizenz etc. der Schriftarten-Tabelle zu entnehmen.

A

Absara Sans – Robust, aber kantige Kursive. Seltsames Minuskel-k.

 

Accanthis – Licht, aber gut lesbar. Unauffällige Kursive. Besser nur für kurze Texte.

 

Accanthus – Fleckig. Hässliche Kapitälchen.

 

Agenda – Gut lesbar, aber für Mengentext zu breit.

 

Akzidenz Grotesk – Unruhig, unangenehm. Versalien fleckig.

 

Albertina – Gut lesbar, kaum Fleckung. Läuft eng. Kursive unauffällig, dafür stechen die Oberlängen sofort ins Auge.

 

Aldus Nova – Sehr brauchbar!

 

Aller – Hässlich und klobig, für Druck ungeeignet. Offenes R, k, x.

 

Allotria – Massiges Druckbild. Gleichmäßig und dunkel.

 

Alte Schwabacher – Einige Versalien fleckig (S, P), manche Striche zu dünn.

 

Amira – Guter Grauwert, hübsche Kursive.

 

Amplitude – Licht und eng laufend. Probleme im Druck bei Umlauten und vertikalen Strichen.

 

Andika – Belebtes Schriftbild, fast etwas einfältig (wie Kinder-imitierte Schrift), jedoch sehr gut lesbar, ohne Fleckung. Die Kursive ist meiner Ansicht nach zu schräg.

 

Andron Mega – Gut lesbar, obwohl Versalien zur Fleckung neigen.

 

Anglican Text – Alle Versalien fleckig.

 

Apollo – Niedrige Versalien, Klammern zu groß, Kursive unschön, Gänsefüßchen zu weit.

 

Arial – Gruselig, taub. Scheußlich anzusehen.

 

Arnhem – Dunkles, aber gut lesbares Schriftbild. Kursive unauffällig. Bei Mengentext möglicherweise ermüdend.

 

Arno – Vorzüglich lesbar im Mengentext und mit einer angenehmen Kursive. Hübsche Pfeile. Auffällig langes Komma. Die anführenden und abführenden Gänsefüßchen (Anführungszeichen) passen nicht zueinander.

 

Atlantis-Fraktur – Insgesamt stimmiges Druckbild, obwohl relativ weit laufend und daher stark zeilenbildend. Alle Buchstabenformen angedeutet rundlich.

 

Avant Garde – Im Mengentext ermüdend. Fast keine Unterlängen, Probleme bei vertikalen Strichen. Sehr offene Formen (R).

 

Avenir Next – Offen und hell. Kalt und ausdruckslos.

 

Averia Serif – Furchtbar fleckig (gewollt?), Versalien auffällig, inhomogene Buchstaben. Nicht für den professionellen Satz geeignet.

B

Baker Signet – Gut lesbare ?Organogrotesk, obwohl Minuskel-g misslungen ist. Zu kurze Kommata und Gänsefüßchen.

 

Ballista – Einige Versalzierstriche zu dünn (D, W, R). Interessantes Eszett.

 

Barloesius – Ausgesprochen dichte Textur, besser nur für kurze Texte. Ziffern fremd, einige Striche zu dünn.

 

Baskervald ADF – Dicht und dunkel, aber gut lesbar. Kursive so auffällig, dass sie sofort ins Auge spring. Majuskeln leicht fleckig.

 

Baskerville – Wie die meisten Baskerville-Interpretationen mit fleckigem Druckbild (auch die kursiven Majuskeln!), das vom Lesen deutlich ablenkt. Zarte Serifen und Ziffern (die im Druck wegbrechen können); erst ab 12 pt keine Gefahr durch wegbrechende Serifen.

 

Beckett-Kanzlei – Alle Versalien fleckig, Ziffern stets fremd (auffällig). Viele Versal-Zierstriche zu dünn für Druck. Unpassendes Minuskel-z.

 

Belizio – Versalien fleckig.

 

Belwe-Gotisch – Stark zeilenbildend und lückig. Hübsches Alinea.

 

Bembo – Lichtes, aber gut lesbares Druckbild, bei dem Serifen leicht wegbrechen können. Leichte Majuskel-Fleckung. Kursive hübsch und passend. Unmögliche Schippe am Majuskel-R.

 

Benguiat – Lückiges Schriftbild, im Druck generell wuchtig. Platt, weit laufend. Ziffern weitständig.

 

Benguiat Gothic – Faszinierende Schwingungen, aber auf Dauer zu anstrengend zu lesen. Falsche Gänsefüßchen, Kursive unauffällig.

 

Benton Modern – Sehr fleckig. Kursive unauffällig. Zu große Chevrons, Multiplikationszeichen zu dünn. In LibreOffice wird beim Wortumbruch der Bindestrich stets (fehlerhaft) zu nah an den Umbruchbuchstaben gesetzt.

 

Berenis ADF – Furchtbar fleckig, die meisten Serifen zu dünn für Druck. Selbst bei 16 pt Schriftgröße brechen die horizontalen Querstriche und Serifenfüße sofort weg!

 

Berkeley OldStyle – Gut lesbar, aber recht licht. Vereinzelt fleckige Majuskeln. Kursive harmoniert mit Antiqua. Ziffern wirken unbeholfen.

 

Bernhard Modern – Zartes Druckbild ohne auffällige Fleckung. Hohe Oberlängen erfordern extra Zeilenabstand. Gefahr durch wegbrechende Serifen. Kursive anmutig und mit rückwärtig abgeknickten Oberlängen. Misslungene Ziffer 2, hübsches Ampersand. Auf Dauer vermutlich zu anstrengend, eher für kurze Texte geeignet?

 

Berthold-Mainzer-Fraktur – Im Druckbild dunkel, eng und dicht; Versalien fleckig. Alinea unauffällig. Offenbar kein Geviert-Strich verfügbar.

 

Bitter – Nur für Bildschirmtexte (Webseiten) zu gebrauchen.

 

Bodoni – Versalien auffällig. Unauffällige Ziffern.

 

Bookerly – Eine Schrift, von Dalton Maag exklusiv für Amazon's E-Book-Reader geschaffen, d.h. primär für Bildschirmtexte. Da ist sie gut aufgehoben, denn sie besitzt ein klares Schriftbild und ermöglicht tatsächlich ermüdungsfreies Lesen. Einen Taschenbuch-Roman möchte ich in dieser Schrift allerdings nicht lesen müssen. Tatsächlich erzeugt die Schrift ein so gleichartiges Schriftbild, dass sich weder etwas dafür noch dagegen sprechen lässt. Der Glyphenumfang ist beeindruckend, aber es gibt wohl nur einen fetten und kursivfetten Schnitt neben der Normalen und Normal-Kursiven. Das schränkt die Einsatzmöglichkeiten für andere Anwendungsfelder ein. Die Zurichtung ist so hervorragend, dass die Schrift in den Top 5 der am besten zugerichteten Schriften liegt. Interessantes Fragezeichen.

 

Bossa Nova – Licht und voller Details. Fett unauffällig. Nicht für Mengentext geeignet.

 

Breitkopf-Fraktur – Leider hat die Fraktur zu viele Auffälligkeiten: Anführungszeichen und Kommata sind zu groß. Das Semikolon ist unpassend, da der untere Teil nicht dem Normal-Komma entspricht; einige Versalien wie das P flecken; die Ziffern sind in ihrer Strichstärke zu dünn und daher auffällig unpassend (außerdem andere Formen als in Schriftmusterbüchern mit Fraktur-Alphabeten!).

 

Brill – »Neo-Klassizistisches Design«. Hausschrift des niederländischen Brill-Verlags. Hervorragend lesbar und eng laufend. Durch ihren Zeichenumfang für jede Textart geeignet. Minuskel-g nicht geschlossen. Mediävalziffer 0 auffällig kreisförmig und einseitig dünn. Interessante Ziffer 3. Schrift hat keine OpenSource-Lizenz, ist aber für nicht-kommerzielle Zwecke nutzbar.

 

Brioso – Hervorragend lesbar, spannungsgeladene Buchstaben. Hübsche Kursive und Ziffern.

 

Bulmer – Gut lesbar, aber fleckig. Kursive auffällig und ebenfalls fleckige Majuskeln. Interessantes Fragezeichen. Komma und Gänsefüßchen nur Punkt mit dünnem Strich. Charakterlose Chevrons.

 

Burte-Fraktur – Nur in einem fetten Schnitt vorliegend, der auch noch schlecht digitalisiert worden ist. Kaum Ligaturen.

C

Caflish-Script – Der Handschrift von Max Caflish nachempfunden. Bemerkenswert wegen seiner Vielzahl an Ligaturen.

 

Caladea – Hervorragend lesbar, hoher Grauwert. Leider nur kurzes, unscheinbares Komma (und damit Gänsefüßchen, Semikolon usw.). Metrisch identisch zur Cambria, im Gegensatz zu dieser mit schrägen Anstrichen und tropfenförmigen Anhängen an a, c, r, C und G; runden Punkten auf i und j; verspieltes Ampersand, offenere Klammern; Versal-Q ohne Haken, Versal-M-Mitte reicht bis zum Boden; Versal-Fuß-Serifen breiter.

 

Calibri – Calibri wird mit jeder aktuellen MS Office-Version ausgeliefert und dürfte auf jedem aktuellen Windows-PC verfügbar sein. Da sie aber auch eine Art Standard-Schrift unter MS Office ist, hat sie jeder, kennt sie jeder. Wer also nach Unterschieden zur Einheitsmasse strebt, sollte sich von ihr abwenden. Die wenigen Gewichte machen ihren Einsatz nicht gerade einfacher. Im Druck ist das Schriftbild eher dunkel; die abgerundeten Serifen tragen zur »Plumpheit« der Schrift bei. Vielleicht sollte sie am Bildschirm bleiben.

 

Californian – Stark zeilenbildend und unruhig. Zu fette Klammern. Minuskel-p seltsam geschnitten.

 

Cambria – Gut lesbar.

 

Cantoria – Einige Versalien dicker als Grundschrift. Für Mengentext zu anstrengend.

 

Carlito – Ebenfalls eine der »Haus-Schriften« von MS Office und daher weit verbreitet. Im gedruckten Schriftbild weist sie sich mit auffälligen vertikalen Strichen aus, ist also unschön.

 

Caslon – Gut lesbar, aber auffällige Majuskeln sind fleckig. Kursive hübsch, aber ebenfalls übermäßig auffällig. Die Angaben beziehen sich auf die Caslon-Variante von AdobeType.

 

Centaur – Obwohl kaum Fleckung: unangenehm zu lesen. Kursive scheußlich, Standardligaturen nicht aktiv. Interessantes Alinea.

 

Centennial – Eng laufendes, dunkles Schriftbild. Sonst gut lesbar. Kursive unauffällig. Wie man die Schrift mit XeTeX benutzt, steht hier.

 

Century – Brachialer Druck, Versalien stets fleckig, ebenso die Kursive. Bestenfalls für zeitgenössische Literatur zu gebrauchen.

 

Cerigo – Hübsch, aber im Dauertext zu viele Vertikalen. Kursive unauffällig. Einige Buchstaben wirken gegeneinander gewinkelt.

 

Cheltenham – Dunkles Schriftbild, hässliche Kursive. Klammern unharmonisch weit gebogen.

 

Civitype – Ausgesprochen hübsch und harmonisch. Alinea unauffällig.

 

Clairveaux – insgesamt stimmig, aber nur für kurzes Material geeignet. Der Strichstärkenwechsel ist vergleichsweise stark.

 

Claudius – Leider in einer schlechten (hakeligen) Digitalisierung vorliegend. Sie ist hervorragend lesbar, aber nur für kurze Texte/Überschriften geeignet. Auch mit Lyrik dürfte sich die Claudius gut machen. Das Alinea ist auffällig.

 

Clear Sans – Im Druckbild gut aussehend und umfangreich ausgebaut.

 

Clearface – Gut lesbar, aber auch verspielt (lebhaft) und unsachlich. Hübsche Ziffer 4. Unterlängen sehr kurz. Öde Kursive. Besser nur für kurze Passagen.

 

Clifford – Dunkles, aber angenehmes Schriftbild, hübsche Kursive. Ziffer 0 viel zu dünn. Majuskeln niedrig. Da die drei Designgrößen in keiner üblichen Schriftgröße für den Mengentext vorliegen (6 pt, 9 pt und 18 pt), bedarf es etwas Feingefühl. So erscheint mir die Clifford Eighteen in 12 pt am besten lesbar für den Brottext.

 

Cloister – Sehr dunkles Schriftbild, daher unauffällige Fette. Versalien gelegentlich fleckig.

 

Cloister Black – Für eine Textur zu weitläufig. Alle Versalien fleckig.

 

Cochin – Läuft breit, daher wird das Erfassen von Wortgruppen erschwert (für Mengentexte nicht geeignet?). Trotzdem gut lesbar. Kursive anmutig und zart. Hübsche Ziffer 4 und Minuskel-f. Wellenförmiges Ausrufezeichen.

 

Coelnische Current – Bemerkenswert schlechte Digitalisierung. Durch ihre Herkunft aus dem 16. Jahrhundert mit viel Zierrat an den Buchstaben. Nicht kleiner als 16 pt zu gebrauchen (aber auch nicht zu groß, sonst sieht man die schlechte Digitalisierung!), und am besten nur für die Auszeichnung einzelner Wörter! Ziffern passen gut zu den Buchstaben. Alinea auffällig und unpassend.

 

Colaborate – Versalien fleckig. Einzigartiges Minuskel-t. Auch das Eszett ist sonderbar geformt. Ob beides zur besseren Lesbarkeit beiträgt, ist fraglich.

 

Colchester – Dichtes, ansprechendes Druckbild. Alle Versalien auffällig.

 

Compatil Exquisit – Lichtes, fleckiges Schriftbild, stark zeilenbildend. Kursive unauffällig. Unförmiges Minuskel-g.

 

Compatil Fact – Läuft eng und bleibt auch bei kleinen Schriftgrößen gut lesbar. Allerdings ist ihr Zeichen- und Feature-Umfang nur gering.

 

Compatil Letter – Stark zeilenbildend. Ziffern und manche Versalien auffällig.

 

Compatil Text – Lichtes, zartes Schriftbild. Einige Versalien fallen auf. Kursive unauffällig. Hübsche Ziffern.

 

Cormorant Garamond – Vorzüglich lesbar, obwohl selbst der halbfette Schnitt noch zu zart ist und viele Serifen wegzubrechen drohen; dennoch keinerlei Majuskel-Fleckung. Diese Garamond wurde ursprünglich nicht für Lesegrößen (8–12 pt) gezeichnet, sondern für Display-Größen zwischen 14–16 pt. Daher bleibt sie besser auf Überschriften beschränkt, was angesichts ihres Glyphenumfangs (inkl. sehr vieler Ligaturen in der Antiqua und Kursiven) bedauerlich ist. Majuskel-R mit deutlicher Schippe. Einige Mediävalziffern sehr ausladend gezeichnet, z. B. 3 und 5. Minuskel-a der Antiqua mit kleiner Punze. Zurichtung: hervorragend!

 

Corporate S – Gut lesbar, aber etwas trocken. Kursive unauffällig. Leichte Fleckung vom Minuskel-l und Versal-G.

 

Courier – Breit und licht.

 

Courier New – Nüchtern, als Lesetext nur bedingt brauchbar. Falsche ausführende Gänsefüßchen?

 

Cronos – Gut lesbar, sachlich und sehr hübsch.

 

Cushing – Dunkles Schriftbild. Klare, gut lesbare Buchstaben.

 

Cuxhaven-Fraktur – Buchstaben fleckig, zum Lesen zu anstrengend. Sehr kleines Fragezeichen.

D

Daenert-Schrift – Dunkel und dicht. Ziffern unauffällig. Nur für kurze Texte.

 

Dax – Eng laufend. Problem mit vertikalen Linien.

 

Daxline – Gut lesbar, aber nicht für lange Texte.

 

DejaVu Sans – Breit und unbeholfen.

 

DejaVu Serif – Robust. Einheitliche, stets orthogonale Serifen.

 

Des-Malers-Fraktur – Läuft eng, aber die Versalien S, D und O reißen Löcher ins Satzbild. Alinea auffällig.

 

Deutsche Druckschrift – Angenehm lesbar, keine Fleckung. Rundliche Buchstabenformen.

 

Didot (GFS) – Gut lesbar, kaum Fleckung. Aber breit laufend. Einige Buchstaben wie das Minuskel-t unharmonisch.

 

DIN Next – Wurde für optimale Lesbarkeit entworfen, sowohl im Druck als auch am Bildschirm. Sie hat einen mittelgroßen Zeichenumfang. In Tabellendokumenten ist sie vermutlich eine der besten Schriften zur Anzeige von strukturierten Daten.

 

Dosis – Gut lesbar, aber Ziffern zu dicht. Eigenartige Klammern.

 

Droid Sans – Problematischer Druck von Minuskel-l. Kursive unauffällig, Besser am Bildschirm aufgehoben.

 

Droid Serif – Robustes, dunkles Schriftbild, gut lesbar. Quasi deckungsgleich zur Noto Serif, aber einige Glyphen abweichend: $ mit spitzerem Fuß.

 

Duc de Berry – Ästhetisch und gut lesbar. Allerdings sind einige Zierlinien in den Versalien sehr zart und können beim Druck verloren gehen.

 

Duerers Minuskeln – Alle Versalien fleckig, wichtige Ligaturen fehlen. Hässliche Gänsefüßchen.

E

EB Garamond – »Versucht, dem Original möglichst nah zu kommen.« Vorzüglich lesbar, dichtes, würdevolles Druckbild. Trotzdem neigen einige Majuskeln zur Fleckung. Anmutige Kursive mit hübschen Ampersand und OpenType-Spielereien wie der kontextsensitiven Ersetzung des Minuskel-s am Wortende durch eine geschwungene Alternative. Griechisches Alphabet ist stimmig, obwohl der Entwickler darauf verweist, das es »auf humanistischen Granjons basiert, die sich mit den Garamond-Buchstaben nicht gut vertragen« (soll überarbeitet werden). Attraktiv durch (derzeit noch) zwei Designgrößen (8 und 12 pt); weitere Größen in (6?), 10, 18 und 40 pt angekündigt. Majuskel-R der Antiqua mit Schippe (erinnert an die Bembo), Majuskel-Umlaute mit eingezogenem Trema; Bogen vom Majuskel-P weit geöffnet. Vergleichsweise große Chevrons (eine enger gestellte Variante ist im Glyphensatz enthalten). Viele Alternativ-Buchstaben, z. B. für das Majuskel-Q. Zurichtung: noch gut (fast sehr gut), trotzdem Unterschiede beim Satz desselben Textes mit TeX und LibreOffice Writer. Außerdem wird die Eingabe des Apostroph unterschiedlich interpretiert: Mit TeX wird das korrekte, tropfenförmige »Hochkomma« gesetzt, bei LibreOffice Writer erscheint nur ein scharfer Strich, das sog. »Apostroph-Ersatzzeichen«.

Wie man die Schrift mit XeTeX ausreizt, steht hier.

 

Egyptienne F – Eine gut lesbare Egyptienne, aber wie jede Egyptienne für den Mengentext ungeeignet. Kursive zu groß.

 

Ehmcke-Federfraktur – Nur in einem fetten Schnitt vorliegend (selbst für Überschriften fast zu auffällig!) und schlecht digitalisiert. Die Gemeinen nur mit kurzen Unterlängen.

 

Elmhurst – Durch geringe Strichstärkenwechsel sehr brauchbar im Druck.

 

Ensisheim – Ausdrucksstarke Kurrent, aber für das ungeübte Auge kaum lesbar. Nichts für Mengentext! Vielleicht als Schrift für eine einzelne Unterschrift?

 

Esprit – Schriftbild wirkt etwas zittrig. Zarte Kursive (y, g).

 

Excelsior – Kernig, aber fleckig.

F

Fedra Sans – Enthält einige ungewohnt aussehende Buchstaben und Ziffern. Im Druck weitere Auffälligkeiten: das offene Minuskel-b, das Majuskel-P, die seltsamen Ziffern 6 und 9, und ganz besonders das Minuskel-f mit einer übertriebenen Unterlänge. Auch die Kursive ist auffällig und unharmonisch fett.

 

Fedra Serif – Furchtbar holprig, Kursive hässlich. Verstärkter Strichstärkenwechsel, ungeschlossene Punzen (b, 9, P). Offene Ziffer 4.

 

Fette Hänel-Fraktur – Selbst in großen Schriftgraden sind einige Zierstriche zu dünn.

 

Fette Kanzlei – Im Mengentext fast zu wuchtig, viele Zierlinien zu dünn.

 

Fira Sans – Für die Darstellung am Bildschirm optimiert. Im Druckbild ist die Kursive zu auffällig.

 

Fleischmann – Unharmonisches Druckbild: Majuskeln und Ziffern ausnahmslos auffällig und daher fleckig. Kursive aufregend. Hübsche Chevrons.

 

Fleischmann-Gotisch – Für eine Textur sehr weitläufig, Ziffern fremd. Wichtige Glyphen fehlen.

 

Fontin – Dunkles Schriftbild, fast alle Versalien fleckig (M, D, O), sonst ganz attraktiv.

 

Fraktur 1 – Gut lesbar. Ziffern auffällig. Spiegelstrich zu fett. Anführungszeichen zu kurz.

 

Fraktur 3 – Ziffern sehr auffällig und unpassend. Einige Versalien fleckig (P, A, U). Fragezeichen und Ausrufezeichen fleckig.

 

Fraktura Fonteria – Mit Ausnahme des doppelten Minuskel-t keine Ligaturen und kein langes Minuskel-s! Im Druck hakelig und auf Dauer kaum lesbar.

 

Franklin Gothic – Gut lesbar, aber einige Versalien fleckig. Quadratisches Komma. Einige vertikale Striche fleckig.

 

Frühling – Licht und offen.

 

Frutiger – Hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck: Einerseits uneingeschränkt gut lesbar, andererseits plump und hilflos. Die Kursive will einfach nicht gefallen, wirkt wie ein Missgeschick. Die Normale ist im Druck zu schwerfällig, das Light-Gewicht zu dünn.

 

Frutiger Neue – Eine hervorragend lesbare Schrift, gut ausgebaut, gut zugerichtet. Für sachliche Beschriftungen von Grafiken wie geschaffen, daher etwas charakterarm für alle anderen Zwecke, geradezu ausdruckslos für Mitteilungen von persönlichem Wert.

 

Frutiger Next – Unter den serifenlosen Schriften außergewöhnlich gut lesbar, selbst in sehr kleinen Schriftgraden.

 

Futura – Kühl, nüchtern, wenig attraktiv. Kursive unauffällig.

G

Garamond (Adobe) – »Orientiert sich weitgehend am Original.« Hervorragend lesbar, mit klaren Formen, deren Serifen im Druck nicht wegbrechen. Makelloses Druckbild. Geschlossener Kontrast zwischen Antiqua, Kursiven und Kapitälchen. Ziffern 4, 6 und 9 geöffnet. – Achtung: Unterschiede beim Satz mit LibreOffice Writer unter GNU/Linux und Windows: Unter Windows werden beim Tippen keine Standardligaturen gesetzt!

 

Garamond (ITC) – Eine unangenehm fett und weit laufende Garamond (selbst die Klammern sind unproportional!), die von einer echten Garamond nur den Namen geliehen zu haben scheint. Das Druckbild ist flimmrig, die Buchstaben und Zeilen neigen zu einer optischen Verzerrung. Eng laufende und ultrafette Schnitte widersinnig und überflüssig. Kursive auffällig, Chevrons öde, Mediävalziffern mit kaum sichtbarer Ober- und Unterlänge.

 

Garamond Classico – Angenehm und gut lesbar. Leider führen die Fußserifen zu einer unschönen Zeilenbildung. Majuskel-W ohne überkreuzenden Mittelteil.

 

Garamond No3 – Obwohl etwas breit laufend, sind Antiqua und (ruhige aber auffällige) Kursive zueinander stimmig und lassen sich gut lesen. Unauffällige, aber hübsche Ziffern. Einige eigenwillige Buchstabenformen, insbesondere die Minuskeln q, p, b und d, sowie das Minuskel-a der Kursive. Rechter oberer Bogen vom Minuskel-e zu dünn. Ampersand klein.

 

Garamond No8 – Deckungsgleich mit Stempel Garamond, läuft aber enger. Druckbild wuchtig und von rustikalem Charme. Für Sachtexte vielleicht zu persönlich, es fehlt die »kühle Eleganz«, die ich von einer Garamond erwarte. Manche Majuskeln auffällig, teilweise auch die Satzzeichen (im Druckbild dennoch kaum Fleckung). Majuskel-R ohne Schippe. Rechter Haken am Majuskel-T ragt auffällig hoch. Ziffer 4 geschlossen, Ei-runde Null. Pfeile unschön. Tolle Kursive: Ziffer 5 spitz zulaufend, Minuskel-v mit rundem Bogen, Minuskel-w mit Schleife im Mittelteil, Minuskel-z ohne geschwungene Kopf- und Fußbalken. Griechisches Alphabet: Majuskeln mit starkem Strichstärkenwechsel, Majuskel-Omega sehr schmal. Achtung beim Satz mit LibreOffice Writer: Es werden automatisch kleine vertikale Abstände nach jedem Absatz erzeugt?!

 

Garth Graphic – Gut lesbar, gleichmäßiger Grauwert. Kursive hart und kantig. Reduzierte Klammern, kaum Wölbung.

 

Gaspar – Im Druck unbrauchbar. Einige Versalien und Ziffern zu dünn. Kein Eszett verfügbar?!

 

Gaultier – Einer der schönsten Versuche, die Vorzüge einer Antiqua mit denen einer Serifenlosen zu kombinieren. Makellos im Druckbild, angenehm für lange Texte, modern, belebend, unverbraucht.

 

Gentium – Gut lesbare Schrift ohne Fleckung, leider von mittelmäßiger Zurichtung. Unauffällige Kursive. Gänsefüßchen auffällig weit gespreizt. Unterer Ausläufer der Ziffer 9 sehr dünn. Es existieren verschiedene Varianten der Schrift: Die Gentium Plus enthält den umfangreichsten Glyphensatz, existiert jedoch nur in einem normalen und kursiven Schnitt. Die sog. Gentium Basic besteht zusätzlich aus einem fetten und fettkursiven Schnitt, enthält dafür aber viel weniger Zeichen (mit der Abdeckung der Unicode-Blöcke für Basic Latin und Latin 1 kann aber dennoch nahezu jeder Text gesetzt werden!). Die Variante Gentium Book Basic ist für den Druck gedacht und als etwas stärkeres Gewicht gezeichnet. Bei der Variante Gentium Alt sind alle diakritischen Zeichen flacher gesetzt, sodass Glyphen mit mehreren diakritischen Zeichen besser aussehen.

 

Georgia – Gut lesbar, aber wuchtig; läuft relativ breit. Ziffern auffällig.

 

Gilgenart – Eng laufend und relativ kräftig.

 

Gill Sans – Zweifelsohne hervorragend lesbar, auch wenn die Kursive auffällig ist. Das Schriftbild ist allerdings insgesamt auch sehr charakterarm und trocken. Für nüchterne Kurzmitteilungen, Schilder? Nicht für den Mengentext geeignet.

 

Ginkgo-Fraktur – Keine Gänsefüßchen. Zu weitläufige Wortbilder. Fleckig und unruhig. Viele zarte Striche, alle Versalien fleckig.

 

Glypha – Stark zeilenbildend, Versalien fleckig. Am besten nur für Bildschirmtexte.

 

Goeschen-Fraktur – Dunkles Schriftbild, lebhafte Formen. Versalien fleckig. Interessante Ziffern und Komma.

 

Gothenburg-Fraktur – Eigentlich eine Textur. Viele, sehr zarte Linien (Zierstriche in Versalien).

 

Goudy Old Style – Gut lesbar, Kursive angemessen. Rautenförmiger Satzpunkt. Einige Striche gefährlich dünn (unterer Bogen vom Minuskel-b u. a.).

 

Granjon – Leicht fleckiges Druckbild (selbst die Kursive ist flimmrig), großzügige Laufweite, sonst gut lesbar. Doppel-S-Ligatur für deutsche Texte verfügbar.

 

Graublau Sans – Vorzüglich lesbar und großartig ausgebaut. Es werden alle vier Sätze an Ziffern (Mediäval- und Versalziffern, jeweils proportional und tabellarisch) geboten. Schön ist, dass das griechische Alphabet noch die geschwungenen Formen beibehalten hat, anstatt in seiner Buchstabendynamik reduziert zu werden.

 

Griffith Gothic – Hässliche Buchstaben (n, r).

 

Grußkarten-Gotisch – Bemerkenswerte Ziffer 8.

H

Hack – Gut lesbar.

 

Hans-Fraktur – Schlechte Digitalisierung. Versal-L auffällig geschwungen. Unpassende Anführungszeichen, unscheinbares Semikolon. Minuskel-n zu fett! Viele Buchstaben-Abstände nicht stimmig.

 

Helvetica – Gut lesbar. Hässliche Chevrons.

 

Helvetica Neue – Eckiger Satzpunkt, Apostroph zu hoch, hässliche Chevrons.

 

Horley Old Style – Etwas unruhig, aber gut lesbar. Ziffern teilweise zu dünn (2, 5).

 

Humboldt-Fraktur – Digitalisierung unzureichend. Im Druckbild dunkel und weitläufig, stark zeilenbildend. Ziffern unauffällig.